Montag, 31. Oktober 2011

Warum ich fuer Afrika schwarz sehe

Wenn man von Suedafrika nach Istanbul kommt, koennte der Kulturschock groesser nicht sein.

Im Gegensatz zu den lahmarschigen Suedafrikanern jedweder Couleur sind hier angefangen vom Flughafenpersonal ueber die Polizisten und Taxifahrer bis hin zu den Hotelangestellten, Kellnern und Haendlern in der Stadt alle wieselflink. Und zwar nicht nur im Tun, sondern vor allem im (Mit-)Denken und Rechnen. Sogar die verloren geglaubte Kulturtechnik des Kopfrechnens scheint hier durchaus noch verbreitet.

Es ist mir eine Woche lang weder in Johannesburg (der Groesse und Wirtschaftskraft mit Istanbul durchaus vergleichbar) noch in Kapstadt (immerhin ein Touristenmagnet) nicht gelungen meine verbliebenen brasilianischen Reals im Gegenwert von knapp 100 EUR umzutauschen. Selbst um die letzten Rand im Wert von 7 EUR loszuwerden musste ich drei Formulare ausfuellen und eine Viertelstunde einplanen.

In Istanbul hingegen hat die erste angesteuerte Wechselstube problemlos Reals gekauft. Selbst der urspruenglich vorgeschlagene Kurs war nicht mal unverschaemt, und nachdem ich via iPad die tagesaktuellen Bloomberg-Daten beigesteuert habe waren wir uns umgehend handelseins.

Natuerlich ist Istanbul nicht die Messlatte fuer die gesamte Tuerkei, aber Suedafrika nimmt ja auch fuer sich in Anspruch ueber den afrikanischen Durchschnitt herauszuragen. Zumindest nach meinen persoenlichen Eindruecken auf dieser Reise habe ich wenig Hoffnung fuer Afrika, wenn selbst die ANC Young Leader keine anderen Ideen haben als nach dem Staat zu rufen.

Immerhin ist auf die Schlamperei Verlass, trotz streng genommen illegaler Einreise hat auch bei meiner Ausreise niemand Interesse an meinem Pass gezeigt. Same procedure as last time: Inlandsflug nach Johannesburg und dort Boarding aus dem Transferbereich; nachdem ja fast alle Kapstadt-Fluege ueber Joburg laufen scheint dies ein offenes Scheunentor zu sein. Mir solls recht sein.