Jedenfalls herrschen perfekte Sichtverhaeltnisse, und so kann ich wenigstens sehen dass mich die Seilbahn gestern tatsaechlich auf den Tafelberg gebracht hat und kann mir bei einem Windhoek Lager an der Waterfront zumindest vorstellen, dass die Postkartenmotive nicht gaenzlich frei erfunden sind.
Wenn die Prognosen so treffsicher bleiben wird mein morgiger Ausflug zum Kap der guten Hoffnung dieselbe dringend noetig haben.
Mein Township-Besuch verdient eigentlich keine weitere Erwaehnung, und der Rueckweg durchs Geschaeftsviertel hat mich auch nicht eben von meinem Eindruck der muehsam unterdrueckten Spannungen abzubringen vermocht. Aber wer weiss, vielleicht war frueher alles noch schlimmer und man waehnt sich auf gutem Weg.
Dass die Perspektive viel ausmacht habe ich heute auch bei Lektuere der Tageszeitung gelernt. Da wird im Wirtschaftsteil die Bestaetigung des BBB-Ratings durch die ueblichen Agenturen als Jubelmeldung verkuendet, waehrend ich in der Presse am Wochenende vom drohenden Weltuntergang gelesen habe wenn Oesterreich sein AAA demnaechst verlieren wird.
A propos Weltuntergang, warum konnten sich Merkel und Konsorten nicht ein paar Wochen frueher auf diese Atempause durchringen, zB als ich in Hawaii war und von den 1,40 USD fuer einen EUR mehr profitiert haette. Auch in Brasilien waere das durchaus von Nutzen gewesen, waehrend es in Suedafrika vergleichsweise egal ist. Zwar jammern alle, dass es viel teurer ist als vor der WM, aber verglichen mit Rio ist das taegliche Leben ohne Uebertreibung um 50% billiger.
Trotzdem werde ich auch hier meinen Prinzipien treu bleiben und den angebotenen Afrika-Tand dankend ausschlagen und mit leeren Haenden wieder abreisen. Wenn ich bei all den vermeintlichen Schnaeppchen zugeschlagen haette koennte ich in Wien ein Museum fuer Kitsch aus aller Welt eroeffnen. Unverstaendlicherweise bin ich die grosse Ausnahme, es scheint dass viele Leute nur verreisen um Einkaufen zu gehen.